Die Munich Re hat ein integriertes Geschäftsmodell aus Erst- und Rückversicherung, ist in allen Versicherungssparten aktiv und einer der weltweit führenden Rückversicherer. Im Geschäftsjahr 2010 konnte das Unternehmen einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Besonders wenn Lösungen für komplexe Risiken benötigt werden, ist Munich Re ein gefragter Versicherer. Seine Erstversicherungsaktivitäten bündelt Munich Re vor allem in der ERGO Versicherungsgruppe, die sowohl bei der Kranken- als auch bei der Rechtsschutzversicherung europäischer Marktführer ist. Die weltweiten Kapitaleinlagen der Munich Re betragen 193 Milliarden Euro.
2011 war mit wirtschaftlichen Schäden in Höhe von $ 265 Milliarden bis Ende Juni das teuerste Jahr aller Zeiten. Die Ereignisse als Einzelereignis waren nicht überraschend und lagen im Rahmen dessen, was die Risikomodelle der Versicherung erwarten ließen. Zwar ist die Akkumulation so vieler schwerer Ereignisse ungewöhnlich, aber sie wurde dennoch in den Szenariorechnungen berücksichtigt.
Am stärksten, mit $ 210 Milliarden, schlug das Erdbeben in Japan zu Buche, das dadurch zur teuersten Naturkatastrophe aller Zeiten avanciert- ganz abgesehen von der menschlichen Tragödie, die in Zahlen nicht beziffert werden kann. Die besondere Dramatik bei dem schweren Beben in Neuseeland bestand darin, dass im Februar 2011 dort bereits zum dritten Mal seit Herbst 2010 die Erde bebte. In anderen Teilen der Welt kam es hingegen zu ungewöhnlich heftigen Wetterkapriolen.
Die USA wurden im April und Mai beispielsweise von ungewöhnlich heftigen Tornados erschüttert, die allerdings mit dem La Niña Phänomen, einer natürlichen Klimaschwankung, erklärbar sind. Von La Niña beeinflusst waren auch die flächendeckenden Überschwemmungen in Australien, die durch die stärksten Regenfälle seit vielen Jahrzehnten verursacht worden waren. Außerdem traf mit dem Zyklon Yasi erstmals seit fast einem Jahrhundert ein Wirbelsturm der Stufe 5 auf Land.
Anlass zur Sorge besteht angesichts der Tatsache, dass die höchsten je gemessenen Meerestemperaturen vor der Küste Australiens zu diesen Wetterextremen beigetragen haben und diese höher lagen als die aus früheren La-Niña-Jahren.