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Die Erfolgsgeschichte des Euro

Posted by admin On Dezember - 30 - 2011 Kommentare deaktiviert

Im Mittelpunkt des Jahres 2012 wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Euro-Krise stehen. 2008 brach die Bank Lehman Brothers zusammen und riss damit auch zahlreiche andere Banken in Richtung Abgrund. Die Tatsache, dass die Krise nicht solch dramatische Auswirkungen hatte, wie die letzte große Wirtschaftskrise, die mit dem schwarzen Freitag 1929 ihren Anfang nahm, lag unter anderem an der Tatsache, dass die Staaten ihren Banken dieses Mal finanziell unter die Arme griffen und für die lahmende Wirtschaft Konjunkturpakete auflegten. Seitdem investierten Politiker überall auf der Welt viele Milliarden mit dem Versprechen, dadurch das Schlimmste abzuwenden.

Trotz düsterer Prognosen gelang dies, doch die Krise war damit trotzdem nicht überstanden. Stattdessen entwickelte sie sich von einer Immobilien- zu einer Wirtschaftskrise und droht mittlerweile ganze Staaten in den Bankrott zu treiben. Da auch Deutschland Mitglied der Europäischen Währungsunion ist, spielt es für die Deutschen eine wichtige Rolle, was mit dem Euro geschieht.

Vor der Einführung des Euro wurde ausführlich in den Medien diskutiert, was seine Vor- und Nachteile waren. Trotz anfänglicher Skepsis und der Befürchtung, dass der Euro als „Teuro“ vor allem die Preise in die Höhe treiben würde, ist er eine Erfolgsgeschichte. Selbst die Menschen, die zunächst um ihre nationale Währung trauerten und beharrlich weiter umrechneten, haben sich mittlerweile an den Euro gewöhnt und die Mehrheit von ihnen bewertet ihn positiv.

Doch dieses Happy End wurde jäh unterbrochen, als zuerst Griechenland und dann immer mehr Euro-Länder ins Wanken gerieten und die wirtschaftlich stärkeren Länder mit Krediten einspringen sollten. Das komplexe Zusammenwirken zwischen den Euro-Ländern war nur schwer zu vermitteln, weshalb viele Leute nicht verstanden, wieso solide wirtschaftende Länder wie Deutschland, für ein Land wie Griechenland bürgen sollte, das sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Währungsunion geschlichen hatte.

Doch die Politiker erklärten, dass die Rettung Griechenlands, später auch Irlands, alternativlos sei, und schnürten, unbeeindruckt von dem Unmut ihrer Bürger Rettungspakete. Diese nahmen immer größere Dimensionen an und je mehr die EU zu einer Transferunion zu werden schien, in der die Bürger nichts mehr zu bestimmen hatten, desto mehr Zustimmung erfuhren europakritische Parteien. Anstatt die immer gigantischeren Umfänge der Rettungspakete zu erklären, wurde die Wortwahl der Politiker zunehmend apokalyptisch, wenn sie die Folgen ausmalten, die eine Unterlassung der finanziellen Hilfestellung hätte. Plötzlich schien der Euro vor allem ein Risiko zu sein, da Krisenländer durch die gemeinsame Währung auch andere Länder mit in den Abgrund reißen könnten. Nach 10 Jahren Euro scheint es, als wäre er an seine Grenzen gekommen. Dabei war dem Euro langfristig die Rolle bestimmt, wirtschaftliche Stabilität und Prosperität zu bringen und außerdem sollte die Schaffung eines riesigen europäischen Binnenmarktes enorme Vorteile bringen. Dies scheint nun vergessen. Allerdings vernachlässigt man bei einer solch pessimistischen Sichtweise vollkommen, welche Erfolgsgeschichte die EU und die europäische Währung sind.

Unabhängig von der momentanen, nicht enden wollenden Krise, ist der Euro eine der stabilsten Währungen der Welt und hat sich zur zweitwichtigsten Währung nach dem Dollar entwickelt. Außerdem gab es eine geringere Inflation und die Preise wurden transparenter, da man sie in den einzelnen Ländern direkt vergleichen konnte, ohne zuerst mühsam von einer Währung in die andere umrechnen zu müssen. Außerdem gibt es das Problem der Wechselkursschwankungen im Euro-Raum nicht mehr. Dies hat sich besonders auf den Handel positiv ausgewirkt. Auch wenn der Euro momentan hauptsächlich mit dem Wort Krise verbunden wird, sollte all dies nicht vergessen werden. Es bedarf zwar einiger Anstrengungen, aber wenn die Schuldenländer ihre Haushalte konsolidieren und strukturelle Reformen durchführen, wird der Euro gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.

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